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04.03.2015

Jahresbericht: Bahnhofsmission Ingolstadt hilft immer mehr Menschen

Besuch des Bischofs bei der Bahnhofsmission

Über die Arbeit der Bahnhofsmission informierte sich vor kurzem der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke vor Ort. Mit dabei: Caritas-Kreisstellenleiter Bernd Leitner (Zweiter von links), die hauptamtliche Caritas-Mitarbeiterin der Bahnhofsmission, Heike Bergmann (Mitte), sowie einige Ehrenamtliche (Foto: Raymund Fobes)

Eichstätt/Ingolstadt. (pde) – Über 5.300 Menschen hat die Bahnhofsmission Ingolstadt im vergangenen Jahr geholfen. Dabei wurden mehr als 7.700 Hilfeleistungen erbracht. Beides erhöhte sich um rund ein Viertel im Vergleich zum Jahr 2013. Nach dem Jahresbericht 2014 dieser ökumenischen Einrichtung – die gemeinsam von der Caritas-Kreisstelle und dem Diakonischen Werk Ingolstadt getragen wird – waren von den Hilfesuchenden knapp 60 Prozent Frauen, fast jede dritte Person über 65 Jahre alt und jede zehnte minderjährig. Hilfeleistungen waren vor allem Auskünfte aller Art sowie Unterstützungen im Reiseverkehr. Doch die Einrichtung fungiere grundsätzlich als „Sozialstation“ am Bahnhof: vor allem für Menschen, „für die das soziale Beratungsangebot in Ingolstadt zu hochschwellig ist“, heißt es in dem Bericht.

„Immer wichtiger werden auch Gespräche mit vereinsamten oder psychisch kranken Menschen, die sonst bei keiner Beratungsstelle angebunden sind“, lautet eine wesentliche Erkenntnis. Als weitere Tendenz wird festgestellt: „Besonders EU-Bürger aus Osteuropa wenden sich an uns, wobei wir nur eine Nothilfe anbieten können und Probleme wie Wohnungslosigkeit von uns nicht zu lösen sind. Überhaupt suchen uns verstärkt wohnungslose Menschen auf, die wir an die Beratungsangebote von Caritas und Diakonie verweisen.“ Teilweise hätten diese Menschen in der städtischen Notunterkunft am Franziskanerwasser untergebracht werden müssen. Solche Probleme zeigten sich am Knotenpunkt Bahnhof besonders stark: „Armut, Vereinsamung und der damit einhergehende Verlust verlässlicher sozialer Bindungen haben hier ein Gesicht.“

Stark in Anspruch genommen wurden Reisehilfen. Hier gehe es vor allem um Ein- und Umsteigehilfen, aber auch darum, Menschen mit Behinderung zum Busbahnhof zu begleiten. Positiv erfährt die hauptamtliche Caritasmitarbeiterin der Bahnhofsmission Heike Bergmann, „dass Reisende immer häufig auch einmal fragen, was die Bahnhofsmission denn alles macht und für wen sie da ist. Die Leute sind inzwischen reger im Gespräch. Das war vor zwei Jahren noch anders.“

Dankbar zeigen sich Heike Bergmann und der von der Caritas-Kreisstelle Ingolstadt für die Bahnhofsmission verantwortliche Sozialarbeiter Bernhard Gruber, dass die Stadt Ingolstadt ihren Zuschuss für die Einrichtung erhöht habe. Dadurch konnte die hauptamtliche Leitungsstelle von Frau Bergmann von fünf auf sieben Stunden in der Woche aufgestockt werden. „Das war sehr wichtig, um die vielfältigen Koordinierungsaufgaben und die Öffentlichkeitsarbeit auf sichere Füße zu stellen“, so Gruber. Ebenso erfreut sind die beiden Caritasverantwortlichen darüber, dass sie im Jahr 2014 drei neue Ehrenamtliche gewonnen haben. Dadurch erhöhte sich laut dem Jahresbericht die Anzahl der Freiwilligen auf 14, darunter vier Männer.

Auch mehrere übergreifende Aktivitäten werden in dem Jahresbericht erwähnt: zum Beispiel der Besuch von Firmlingen aus Buxheim und Eitensheim im Rahmen der Firmvorbereitung, die mehrtägige Mitarbeit eines Realschülers als Sozialpraktikant sowie das Kunstprojekt „Die Wanderbank“, das vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration gefördert wurde. Ehrenamtliche nahmen zudem an Fortbildungen teil: unter anderem zu den Themen „EU-Bürger aus Osteuropa“ und „Fit in den Winter“.

Interessierte an einer ehrenamtlichen Mitarbeit bei der Bahnhofsmission können Heike Berg-mann telefonisch unter (0841) 72340 und per Mail an heike.bergmann@caritas-ingolstadt.de erreichen oder dienstags und donnerstags von 9.00 bis 11.30 Uhr direkt bei der Ingolstädter Bahnhofsmission am Bahnsteig 1.

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