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12.07.2016

Jan-Uwe Rogge: Kindererziehung mit Humor

„Schreiben Sie heute mal nichts mit!“ Und: „Kinder finden Eltern ätzend, die auf Erziehungsveranstaltungen gehen.“ Den Schalk hatte Jan Uwe Rogge schon im Nacken, als er mit solchen Weisheiten zuerst mal ein wenig für Verwirrung sorgte. Doch der Bestsellerautor und erfahrene Pädagoge, der in der gut gefüllten Alfons-Fleischmann-Turnhalle der Gnadenthalschule redete, wies damit schon den Weg zu dem, was er sagen wollte.

Jan Uwe Rogge: Mehr Gelassenheit und Freude bei der Kindererziehung

KEB-Vorsitzender Martin Pohle und die Schulleiterin der Gnadenthal-Realschule Camilla Hering stellten den Referenten vor.

Jan Uwe Rogge gilt als Geheimtipp. Das wurde deutlich an der bis auf den letzten Platz gefüllten Alfons-Fleischmann-Turnhalle.

KEB-Vorsitzender Martin Pohle dankt dem Referenten

Gruppenbild mit dem Referenten: (v. li) KEB-Vorsitzender Martin Pohle, Schulleiterin Camilla Hering, Schwester Maria von den Paulusschwestern und Referent Jan Uwe Rogge und Rudi Schmidt, Geschäftsführer der KEB-Ingolstadt,

Gelassen solle man sein in der Erziehung, sich in die Kinder hineinversetzen und vor allem nicht perfekt sein wollen. Kinder lieben authentische Eltern, die auch mal sagen: „Ich weiß nicht weiter“ oder gelegentlich gar aus der Haut fahren. Das Entscheidende für die Erziehung ist, sich erstmal selber so nehmen wie man ist, und dann auch die Kinder so annehmen zu können wie sie sind. Hierzu ist es nötig, sich mit dem eigenen inneren Kind zu versöhnen. Denn eigene Erfahrungen aus der Kindheit prägen die erzieherische Tätigkeit, und unverarbeitete Kränkungen aus früherer Zeit behindern sie enorm. Und eine weitere Empfehlung: Ziehen Sie nicht alle in der Erziehung an einem Strang. Vielfalt tut gut: Eltern, Großeltern, Kindergarten, Schule, Kirche und schließlich auch die Gleichaltrigengruppe. Überall geschehen wichtige Lernprozesse. Und wenn die Kinder ihren Eltern sagen: „Bei Oma und Opa ist es doch viel schöner“, dann sollen sich die Eltern auch trauen zu antworten: „Dann bleib doch bei denen.“ Das führt dazu, dass Eltern sich auch einmal wieder einander anschauen, etwas, was vor lauter Sorge um das Kind oft zu kurz kommt. Gefährlich wird es, so Rogge, wenn Eheleute sich schon als „Vater“ und „Mutter“ anreden.

Zum Schluss gab Rogge noch einen ganz wertvollen Tipp für besorgte Eltern von Trödlern. Wenn diese nämlich tatsächlich zu spät zur Schule kommen, sollten Mütter den Gedanken schnell vergessen, das Auto zu holen und den Faulenzer zur Schule zu fahren. Statt dessen riet Rogge: „Gehen Sie zum Kühlschrank und trinken Sie einen Weißburgunder!“ Warum? „Dann sind Sie nachher nicht mehr nüchtern genug, um sich ans Steuer zu setzen.“

Text und Bilder: © Raymund Fobes

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